Nach dem Frühstück machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Ben-Thanh-Markt. Schon nach wenigen Metern wurde klar: Straßen überquert man hier nicht einfach so. Die wichtigste Regel lautet: Nicht stehen bleiben. Und am besten sucht man sich einen Einheimischen und geht einfach mit ihm los. Die wissen, wie es funktioniert – und der Verkehr scheint sich irgendwie um einen herum zu organisieren.
Der Ben-Thanh-Markt selbst ist genau das, was man erwartet: überfüllt, laut, eng. Es gibt unzählige Fälschungen, viel Ramsch und Gänge, in denen man kaum aneinander vorbeikommt. Für Steffi wurde das ziemlich schnell zu viel, also zogen wir weiter Richtung Bitexco Tower, einem Hochhaus mit Aussichtsplattform.
Auf dem Weg dorthin kamen wir durch eine kleine, lokale Marktgasse. Dort wurde wirklich alles verkauft – von Äpfeln bis Weichspüler, an winzigen Ständen direkt am Straßenrand. Das war viel spannender als der große Touristenmarkt und einfach schön zu beobachten.
Da es auch heute wieder warm und sonnig war, suchten wir uns erst einmal einen Coffeeshop. Wir hofften einfach, dass Kartenzahlung möglich sein würde, denn Bargeld hatten wir immer noch nicht. Zum Glück klappte das problemlos.
Am Bitexco Tower angekommen, gönnten wir uns für knapp 5 Euro pro Person die Fahrt nach oben in die 49. Etage. Für die Tickets mussten wir erst einmal in den vierten Stock – vorbei an versteckten Restaurants und Sportklamotten-Outlets. Das Wetter war nicht ideal, viel Smog lag in der Luft, aber bei dem Preis war das in Ordnung. Basti hätte sich noch gerne auf Etage 26 & 36 etwas genauer umgeschaut dort sitzt nämlich laut Schild Amazon Web Services. Irgendwas was mit seiner Arbeit zu tun hat. Nerdzeugs und so.
Oben angekommen war die Aussicht… nun ja: eine riesige, überfüllte Großstadt im Dunst. Spannende Highlights ließen sich nicht wirklich entdecken außer vielleicht dem Saigon River. Wir liefen einmal herum, machten ein paar Fotos und waren dann auch recht schnell wieder fertig.
Danach holten wir endlich mal Bargeld. 1,5 Millionen Vietnamesische Dong sehen beeindruckend aus – sind aber gerade einmal rund 50 Euro.
Zum Mittagessen landeten wir im Restaurant Ann Quán gegenüber. Es gab Frühlingsrollen und Nudeln für Basti, für mich Nudeln mit Gemüse. Leider waren meine ordentlich mit Chiliöl oder Ähnlichem versehen – und entsprechend scharf.
Anschließend schauten wir noch in eine Mall, aber auch die bot nichts wirklich Spannendes. Also machten wir uns auf den Rückweg ins Hotel und verbrachten die nächsten Stunden am und im Pool. Wobei: eher im Jacuzzi, denn der hatte eine angenehmere Wärme. Der Pool selbst war uns ein wenig zu frisch.
Abends gab es auf dem Zimmer in der Mikrowelle aufgewärmte Bao Buns – mit Fleisch- bzw. vegetarischer Füllung. Die hatten wir am Vortag im Supermarkt gekauft und sie waren tatsächlich ziemlich lecker. Dazu liefen deutsche Serien im Fernsehen – dank Streamingdiensten fühlt sich selbst Südostasien manchmal ein bisschen wie Zuhause an.
Beim Entspannen dann noch eine kleine Hiobsbotschaft: Basti stellte fest, dass das Armband seines Tauchcomputers gebrochen ist. Zum Glück gibt es hier in der Stadt einen Suunto-Store. Dort wollen wir morgen vorbeischauen und hoffen, dass man uns helfen kann – oder zumindest etwas nach Bali organisieren kann.
Wir werden sehen.
Bis morgen.