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03.03. Yulara wir kommen

Toilettenhaus der anderen Art im Nichts im Roten Zentrum

Steffi

Der Wecker ging schon recht früh, damit wir genug vom Tag und vor allem für die lange Fahrt hatten und so saßen wir schon zeitig im Auto. Der erste Stop führte uns allerdings erst einmal an eine Tankstelle um mit einem wirklich vollen Tank in die Wüste zu fahren.

Ich fuhr tatsächlich Richtung Yulara, zum Uluru, besser bekannt als Ayers Rock, ich konnte es noch gar nicht glauben! Kann man so viel Glück auf einmal haben?

Die Route führte uns auf den Stuart Highway. Diesem sollten wir die einige hundert km folgen. Ein Glück sind wenigstens in der Wüste 130km/h erlaubt. Es fiel schon auf, dass wir uns unter „Wüste“ irgendwie was andere vorgestellt hatten. Es war hier alles viel bewachsener und grüner, als ausgemalt. Überall am Wegesrand standen (grüne) Büsche und Bäume. Vorbei führte uns der Weg dann an einer Kamelfarm, wo wir kurz über den Platz fuhren, diese aber für „nicht einladend“ einstuften und so weiterfuhren.

Weiter vorn auf der Straße entdeckten wir dann Adler, welche sich an einem Kadaver zu schaffen machten. Wir drosselten das Tempo und versuchten, die Adler aufs Bild zu bekommen, aber diese waren doch schneller wieder weg, als wir schauen konnten und der Verkehr musste ja auch noch im Auge behalten werden, so dass wir nicht lange hinterher schauen konnten.

lang, länger, am längsten... Road Train!

Dann sahen wir von weiten etwas ziemlich großes auf uns zu kommen... sollte es tatsächlich ein Roadtrain sein?! Ja... es war einer. Runter vom Gaspedal, schön links halten, Kamera abschussbreit und dann war er auch schon auf der Gegenseite. Die Roadtrains sind wirklich unbeschreiblich lang und beeindruckend!

Mittlerweile stellte sich nun auch wieder das „sanitäre Anlagen“-Thema ein und das mitten im Nichts! HILFE! Die Gebete wurden allerdings erhört. Irgendwo am Straßenrand gab es so etwas wie einen Parkplatz und ein Toilettenhäuschen! Dort war nichts als rote Erde, ein ausgetrockneter Fluss und dieses kleine Blechhäuschen! Mir liefen lauter Bilder von bösen Schlangen etc. vor den Augen, so dass ich Basti vorgeschickt habe, um die Tür zu öffnen und um einen Blick zu riskieren.
Als dieses für „sicher“ eingestuft wurde, bin ich dann auch hin und ich kann Euch sagen: ich habe noch nie ein so sauberes Klo gesehen... auf keinem Rastplatz auf dieser Welt!

Die Fahrt ging weiter und nach mittlerweile einigen hundert km haben wir dann die Abzweigung erreicht. Dort war dann auch eine Tankstelle mit „Restaurant“, welche wir aufsuchten, bevor es weitergehen sollte. Es heißt ja nicht umsonst dort drüben „Tanke bei jeder Möglichkeit“ Was auffiel; die Preise stiegen um ein vielfaches! Langsam tat das Tanken schon echt weh.

Ich hatte vorher schon rumgesponnen, was wir am Ende zahlen würden, im Gegensatz zu den ganzen Tankstops vorher auf unserer Reise... aber das es am Ende wirklich so sein würde, haben wir da noch nicht ansatzweise geahnt.

bequeme Fahrt durchs Outback

Auf dem Rasthof stand auch ein üüüüberlanger Roadtrain und wir haben uns es natürlich nicht nehmen lassen, uns diesen einmal näher anzusehen. Dann suchten wir noch den „Verkaufsraum“ auf und schauten uns noch die Emus am Tankstellenrand an, welche dort auf einem eingezäunten Gelände leben.

Nachdem der Tank- und „sanitäre Anlagen“-Stop (ja auch den 2. Punkt sollte man immer nutzen) beendet war, bogen wir auf die State Route 4 ein. Wir sahen noch einige Adler und andere Vögel sowie die meist dazugehörigen Kadaver auf der Straße und uns kam noch ein Roadtrain entgegen. Die Temperaturanzeige im Auto und die Kilometeranzahl stiegen und stiegen.

Wir wurden dann aber ziemlich schnell ausgebremst, da vor uns ein Konvoi in Überbreite fuhr. Geladen hatten sie ein oder mehrere Wohnhäuser. Überholen ausgeschlossen! Wir schlichen ein wenig hinterher, bis wir beschlossen am Wegesrand zu pausieren und uns eine Mahlzeit zu gönnen. Nach 15 min. fuhren wir dann weiter, hatten dann aber den Konvoi schnell eingeholt. Zum Glück kam irgendwann ein Rastplatz, welcher nicht mehr in Betrieb war und der Konvoi parkte dort. Endlich vorbei, kamen wir wieder vorwärts, bis wir von einem „Ochsen“ aufgehalten wurden. Dieser Stand direkt am Straßenrand, ohne Zaun oder sonstigem, und hat sich durch nichts und niemanden stören lassen. Also schnell Fotos gemacht und weiter.

Während die Kilometeranzahl stieg, sahen wir von weiten den ersten Stein (*Anm. s. Schlusswort). Dort war auch eine kleine Haltebucht mit Toilettenhaus.

Wir hielten an und während Basti im Auto blieb, da es im zu warm war, stieg ich aus und machte das ein oder andere Bild und suchte natürlich das, wieder erstaunlich saubere, Toilettenhaus auf.

Nach vielen weiteren Kilometern kam die nächste und auch letzte Tankmöglichkeit bis zum Ziel. Also wieder ran und auftanken bzw. Beine vertreten. Während Basti den Wagen füllte und fast das Weinen anfing bei dem Preis (ich sollte meine Klappe vorher nie so weit aufreißen), habe ich mir die Beine vertreten. Am Tankstellenrand waren einige blühende Sträucher, welche ich mir genauer ansehen wollte, bis rechts neben mir etwas die Aufmerksamkeit suchte. Dort war ein Toilettenhaus errichtet wurden und ich sah kurz zuvor noch einen Herr dort hineingehen. Nichts besonders... bis ich den kleinen Waran (ca. 40-50 cm) entdeckte! Dieser schlich hinter den Toiletten rum und steckte quasi in jede Kabine seine Nase, bis er sich für die letzte entschieden hat. Dort wo der Herr hineinging!

ob heute jemand zu erschrecken ist? Ohja, dort ist jemand.. also rein da!"

Ich kam mir vor wie im Kino in den nächsten Augenblicken; Der Waran steckte die Nase rein, schaute sich nochmal um und verschwand dann in die Kabine... Sekunden später hörte man dann ein „ahhhhh“ und der Herr kam aus der Kabine gestürmt. Ich konnte nicht mehr vor lachen! Der Herr tat mir schon leid, aber sorry... dabei ernst bleiben, nein! Basti hat die Szene leider verpasst, kam dann aber auch kurz darauf mit viel zu hoher Tankrechnung dazu und dann fuhren wir weiter.

Endlich erreichten wir Yulara. Yulara ist ein kleiner, rein für Touristen angelegter Ort und liegt ca. 20km vor dem Uluru. Das Nest besteht nur aus Unterkünften, einer Tanke, einem kleinen Ortszentrum und der obligatorischen Touristeninfo. Was natürlich auch nicht fehlen darf, wie bei Australischen Dörfern nun mal üblich, ist ein eigener Flughafen.

die Hitze u. die Trockenheit fordern Ihren Tribut... von Bränden geschundene Flächen

Wir steuerten die Rezeption unseres Ressorts an. Aus Kostengründen sollte es diesmal nur ein 4-Bettzimmer werden. Also schnell eingecheckt, Weg zum Zimmer beschreiben lassen und los. Mit komischen Gefühl und beten, dass noch keiner da ist, steckten wir den Schlüssel ins Schloss und siehe da: Es war wirklich noch keiner da. Wir hatten also noch freie Auswahl! Das Zimmer, joa... halt zum Übernachten. Es gab 2 Etagenbetten, ein Spiegel, eine Klimaanlage und ein Fenster. Ende! Die beiden unteren Betten waren natürlich sofort unsere.

Schnell alles zusammen gesucht, was für den Abend benötigt wird, sanitäre Anlagen aufgesucht, frisch gemacht und los. Wir steuerten als erstes das „Zentrum“ an, wo sich Supermarkt, Café und Co. befanden. Uns wurde vorher schon von vielen gesagt, dass dort alles übermäßig teuer sei und man sich vorher gut eindecken sollte. Hatten wir ja auch gemacht! Wäre aber gar nicht nötig gewesen, die Preise im Supermarkt waren nicht viel anders, als in der Großstadt und Auswahl gab es auch genug!

Als nächstes steuerten wir den Souvenirshop an und entdeckten das Mitbringsel schlecht hin. Alle die uns kennen, wissen, dass wir uns aus den Hard Rock Cafés der jeweiligen Stadt, wenn vorhanden, T-Shirts mitbringen. Es gab hier zwar kein HRC, aber „T-Shirt-Imitate“ in Form von „Hard Rock with no Cafe“-Shirts und dem Uluru drauf. Schnell anprobiert und ab zur Kasse. Zumindest ich! Basti hat leider Pech gehabt, was die Größe anging und musste wohl oder übel verzichten. Vor dem Laden hatten wir dann noch Regale mit verschiedenen Kopfnetzen gegen die vielen Fliegen gesehen, völlig überteuert natürlich, welchen wir aber nach kurzem begutachten, keine weitere Aufmerksamkeit schenken. Wie sehr wir dieses am Ende bereuen würden, wussten wir da noch nicht.

Eingang zum Nationalpark

Wieder im Auto kamen wir nicht sehr weit, denn wir entdeckten einen Parkplatz an dem ein Weg angeschlossen war, der zu einem Aussichtspunkt führte. Immer schön auf den Weg achten, damit einem nichts Böses den Tag versaut und hinauf ging es zu dem Aussichtspunkt mit einer absolut schönen Aussicht auf den Uluru samt Umgebung! Während des Fotoshootings wurden wir schon von div. Fliegen belästigt und schlugen fast durchgehend um uns, was ziemlich aufs Nervenkostüm schlug. Da es Zeit wurde, dass wir in den Nationalpark fuhren, machten wir uns wieder auf den Weg zum Auto und setzten die Fahrt fort.

Am Nationalpark-Eingang kauften wir dann Tickets für 2 Tage. Wir beschlossen, dass wir erst einmal schauen wo wir den besten Blick zum Sonnenuntergang später bekommen.

Nachdem dieser ausgemacht war fuhren wir weiter, um die Gegend zu erkunden. Der Uluru kam immer näher und die Stimmung im Auto wurde ruhiger. Wir waren beide einfach nur beeindruckt und staunten über die Ausstrahlungskraft des Steins, der unmittelbar vor uns lag. Auf unserer Reise haben wir bei verschiedenen Gesprächen folgenden Satz gehört

„es ist nur ein Berg, aber wenn du vor diesem Berg stehst, haut er Dich um“
der ausgewaschene Teil des Uluru

Und so war dem auch. Das was dieser Stein ausstrahlt, kann nicht beschrieben werden, aber er haut Dich wirklich um! Wir beschlossen einmal um den Uluru herumzufahren und landeten im Kulturzentrum. Hier war allerdings alles geschlossen, keine Menschenseele anzutreffen, nichts zu sehen und so suchten wir nur die Toiletten auf und fuhren weiter.

Der nächste Stop war ein Parkplatz direkt am Uluru! Basti weigerte sich auf Grund der Wärme sowie den Fliegen auszusteigen und so machte ich mich allein daran, Bilder zu schießen (auch wenn dieses grundlegend nicht sehr erwünscht ist, wie von Schildern hingewiesen wird) und das Ganze auf mich wirken zu lassen. Dann sollte es für uns an den vorher ausgesuchten Platz gehen, denn die Sonnen sollte bald untergehen. Hofften wir da zumindest, denn die vorhandenen Wolken am Himmel machten uns doch arg Sorgen. Hatten wir das alles organisiert und sollten dann keinen strahlenden Sonnenuntergang am Uluru bekommen???

Der Stellplatz war schnell erreicht und wie sollte es auch anders sein, die Fliegenplage war auch schon vor Ort. Kaum berührt man nur die Autotür, da stürzen sie sich schon auf einen. Während ich das Stativ und die Kamera aufgestellte, musste ich durchgehend um mich schlagen und die Laune sankt sekündlich. Basti's dagegen war schon ganz im Keller. Er versauerte im Auto! Mir ging das zwar auch alles extrem gegen den Strich, aber ich wollte mir durch diese blöden Viehcher nicht diesen Trip ruinieren. Also Augen zu (im wahrsten Sinne) und durch!

Es wurden viele viele Fotos geschossen, es gesellte sich hier und da mal eine kleine Echse am Boden dazu und dann kündigte sich der Sonnenuntergang an. Endlich konnte ich Basti auch mal aus dem Auto locken, damit wenigstens das ein oder andere Foto von uns gemeinsam bzw. von Ihm dort entstand. Dieses stellte sich allerdings als sehr mühselig heraus. Genervt sein, durchgehend um sich schlagen, aber dann noch gescheit aus der Wäsche schauen! Was eine Arbeit! Warum haben wir bloß nicht die überteuerten Netze gekauft??? (Basti hat eigentlich eins, dieses ist aber in Adelaide geblieben... hätten wir das alles vorher geahnt)

Basti verzog sich ziemlich schnell ins Auto zurück, während ich einfach nur beeindruckt auf den Uluru starrte. Das ganze Spektakel ging ziemlich schnell rum, und nach Sonnenuntergang leerte sich der Parkplatz schnell. Wir blieben noch eine Weile und fuhren dann langsam Richtung Unterkunft zurück.

entdeckt jemand das erwähnte Geschenk aus dem Beitrag vom 20.02.13

Dort steppte mittlerweile der Bär, in Form von Grill-Abendessen und Musik. Wir steuerten als erstes unser Zimmer an und zur ganz großen Freude, hatten wir dieses immer noch für uns! Also alles abgeladen und raus ins Getümmel, wo wir uns an einen Tisch setzten und die bestellten Burger vertilgten. An der Bar stand eine große Anlage, wo man sich gratis, gut gekühltes Wasser holen konnte, was wir natürlich gern nutzten. Neben dem Essen luden wir dann noch die Bilder der letzten Tage auf den Rechner und dann riefen auch schon die Duschen.

Was ganz erstaunlich war; im gesamten Resort-Bereich wimmelte es nicht so stark von Fliegen, so dass wir den Abend entspannt ausklingen lassen konnten! Leider tummelte sich im Duschbereich das ganze Viehzeugs, was mich während des Duschens doch das ein oder andere Mal hat „aufquicken“ und zusammenzucken lassen. So ist das halt, wenn sich die Menschen mitten im Nichts breit machen.

Die Beleuchtung auf dem Gelände zwischen den Häusern lässt leider arg zu wünschen übrig, so dass man sich doch ziemlich auf die Wege konzentrieren muss. Was nicht ganz einfach ist, wenn man lauter böse Tierchen im Unterholz vermutet. Da ist man froh, wenn man das Zimmer wieder heil erreicht.

Wir unterhielten uns noch eine Weile, bis uns dann die Augen zufielen oder zumindest einem von uns. Ich habe irgendwie keine richtige Ruhe gefunden und schlafen ging so gar nicht.

Trotzdem gute Nacht.