Der lachende Buddha am Black Virgin Mountain

31.12.2025 3 Tempel & 1 Feuerwerk

Silvester – und immer noch kein Plan für den Abend. Also erst einmal ganz entspannt frühstücken. Anschließend machten wir uns auf zur Tempelerkundung quer durch die Stadt. Fußwege sind hier teilweise echte Mangelware, also geht es eben quer über die Straßen. Vorbei an viel Müll, kleinen Ständen und freundlich grüßenden Verkäufer:innen.

Unser erster Halt: Chùa Pháp Hoa. Leider waren wir gute 25 Minuten zu früh. Da der Durst rief und es mittlerweile auch schon kurz nach 13 Uhr war, meldete sich zudem ein leichter Hunger. Also kehrten wir in ein kleines Restaurant ein. Es gab Drinks, für mich Nudeln in Sojasoße und für Basti eine mit Erdnussbutter gefüllte Waffel.

Während ich bereits seit sicher zehn Minuten fertig gegessen hatte, spielte sich hinter uns ein kleines Drama ab. Der erste Versuch der Waffel scheiterte. Der zweite offenbar ebenfalls. Plötzlich standen drei, zeitweise sogar vier Köche und Kellner in der Küche und beratschlagten. Irgendwann bemerkte ich, dass jemand einen Videoanruf startete – es wurden Anleitungen gegeben, Handgriffe gezeigt und alles ganz genau erklärt. Zwischendurch bekam Basti als Entschuldigung irgendetwas Geleeartiges angeboten, lehnte aber dankend ab. So groß war der Hunger dann doch nicht.

Der Chùa Pháp Hoa Tempel von innen

Irgendwann kam sie dann doch: die Waffel, serviert mit breitem Grinsen und einer dicken Entschuldigung.

Inzwischen war es irgendwas nach 14 Uhr und wir gingen endlich zum Tempel hinüber. Da ich heute ein schulterfreies T-Shirt trug, legte ich mir an den Stufen ein Tuch über. Die Dame am Eingang quittierte das mit einem freundlichen Lächeln und Nicken. Der Tempel selbst war gar nicht so groß, wie er von außen wirkte, dafür aber über drei Ebenen angelegt – und fast komplett leer.

Auf dem Weg zum nächsten Ziel entdeckten wir auf der anderen Flussseite noch einen weiteren Tempel. Eine Brücke gab es hier allerdings nicht, also wieder zurück und die vorherige Überquerung nehmen.

Mitternacht 01.01.2026 in Ho Chi Minh City

Es handelte sich um den Chùa Chantarangsay. Dort angekommen erwartete uns ein kambodschanischer Stil mit Bildern von Angkor. Die Hallen und Wohnbereiche wirkten fast wie ein Krankenlager. Tatsächlich sahen wir mehrere sehr alte Frauen, die auch schon sehr gebrechlich aussahen.

In einer Halle saß ein Mönch, davor schlummerte ein Hund. Natürlich erschrak dieser prompt und begann zu bellen. Während ich und der Mönch den Hund ermahnten, suchte Basti das Weite und ging außen herum, um seine Schuhe einzusammeln. Die Haupthalle hatte sehr schöne Wand- und Deckenmalereien, war aber ebenfalls nicht besonders groß.

Über Stock und Stein – beziehungsweise Straße und Müll – ging es mit einem kleinen Umweg über ein Café für Drinks weiter zum Vinh Nghiem Tempel. Hier wirkte alles gleich deutlich kommerzieller: Am Eingang erwartete einen ein Nippesladen und allerlei Verkaufsstände.

Man konnte dort sogar winzige, eng zusammengepferchte Vögel kaufen, die dann in noch kleinere Käfige gesetzt wurden. Diese konnte man mitnehmen und oben am Tempel freilassen – wo sie vermutlich wenige Stunden später erneut in Fallen landen würden. Wir hatten Glück und konnten einer Zeremonie beiwohnen. Danach besichtigten wir den Tempel, der innen allerdings nicht zu den spektakulärsten gehörte. Eine schöne Abwechslung war es aber trotzdem.

Mittlerweile waren wir ziemlich durch und kehrten ins Hotel zurück. Noch kurz in den Pool, eine Runde von Mücken stechen lassen und dann bestellten wir uns erneut etwas zu essen aufs Zimmer. Nun hieß es, ein wenig Zeit totschlagen, bevor wir zur hiesigen „Festmeile“ dackelten. Ein Boot war nicht mehr aufzutreiben gewesen, und die Aussichtstürme boten ebenfalls nichts wirklich Spannendes: Der eine war weit weg, der andere hatte keine Außenfläche und kostete so wenig, dass es verdächtig nach einer Nullnummer klang.

Also blieben wir auf der Festmeile und setzten uns vor dem Rathaus auf eine Mauer. Auf der Bühne spielten irgendwelche Sänger und Bands, und die Uhr zeigte noch 17 Minuten bis Mitternacht. Die Zeit verging erstaunlich schnell. Punkt Mitternacht startete das Feuerwerk. Wer jetzt dachte, hier bräche die Hölle los – nö. Die Menschen blieben ruhig und gingen gefühlt Sekunden später bereits wieder nach Hause.

Das Feuerwerk war zudem größtenteils hinter einem Hochhaus versteckt. Nach einer Weile wurde es etwas mittiger, aber der große Burner war es nicht. Entsprechend zogen auch wir gegen 0:20 Uhr weiter und holten uns einen Mitternachtssnack in Form von Smoothies und einem Croissant.

Nun geht es aber erst einmal ab ins Bett.

Bis morgen und Frohes Neues!