Der Tag begann eigentlich wie jeder andere Mittwoch auch – mit Arbeiten. Allerdings nur bis mittags. Sowohl Basti als auch ich hatten beschlossen, um Punkt 12 Uhr die Segel zu streichen und uns direkt am Flughafen zu treffen. Gesagt, getan.
Als ich ankam, stand Basti bereits in der Schlange zur Kofferabgabe. Ich stellte mich dazu und wir warteten... und warteten. Blöd nur, dass der Schalter noch gar nicht geöffnet hatte. Darüber hatten wir vorher irgendwie nicht nachgedacht. Im Nachhinein hätten wir also locker noch eine halbe Stunde arbeiten können. Naja, merkt man sich fürs nächste Mal.
Am Sicherheitscheck wurde es dann das erste Mal etwas nervig. Wir haben natürlich genau die falsche Schlange erwischt. Gefühlt wurde jedes zweite Handgepäckstück zur Kontrolle rausgezogen, während es am Band nebenan einfach nur flutschte. Als wir endlich durch waren, blieb nicht mehr viel Zeit. Für einen kurzen Abstecher in die Lounge reichte es aber trotzdem noch. Also schnell noch etwas gegessen, etwas getrunken und dann ging es auch schon weiter zum Gate.
Das Boarding selbst ging erstaunlich flott. Danach standen wir allerdings noch eine ganze Weile herum, bevor wir endlich losrollten. Mit gut einer halben Stunde Verspätung hoben wir schließlich Richtung Mailand ab.
Ich hatte diesmal den Mittelplatz erwischt, Basti saß am Gang. Am Fenster... tja... am Fenster saß leider ein Typ, den ich so schnell nicht vergessen werde. Es roch wirklich bestialisch nach Knoblauch, Schweiß und... keine Ahnung... als hätte er sich seit drei Wochen nicht gewaschen. Die Reihen bei ITA Airways waren ohnehin schon extrem eng. Selbst ich mit meinen 1,64 m stieß ständig mit den Knien an den Vordersitz. Unser Sitznachbar machte es nicht besser und knallte seine Lehne ohne Rücksicht komplett nach hinten. Hinter ihm saß ein deutlich größerer Mann. Dass der nichts gesagt hat, grenzt bis heute an ein Wunder. Und als wäre das alles noch nicht genug gewesen, legte unser Nachbar ständig seinen Arm auf die Lehne des Vordersitzes. Nach dem Motto: Wenn ich schon rieche, dann bitte für alle.
Ausgerechnet an diesem Morgen hatte ich beim Parfüm wohl etwas übertrieben und versehentlich meinen Schal ordentlich mit eingesprüht. Zum ersten Mal überhaupt war ich darüber richtig froh. Ich klemmte mir den Schal unter die Brille vor die Nase und konnte wenigstens zwischendurch mal etwas anderes riechen. Die anderthalb Stunden bis Mailand kamen mir trotzdem ewig vor.
Immerhin landeten wir rund 30 Minuten früher als geplant. In Mailand wartete dann direkt die nächste Überraschung. Obwohl wir nur umstiegen, mussten wir nochmal komplett durch den Sicherheitscheck. Damit wurde die Umsteigezeit direkt wieder knapper. Also nur noch schnell in die Leonardo Lounge, etwas trinken und weiter zum nächsten Gate.
Der zweite Flug war ebenfalls komplett voll. Diesmal hatte ich allerdings deutlich mehr Glück. Neben mir saß eine kleine Italienerin, die auf ihrem Sitz kaum auffiel und vor allem nach... gar nichts roch. Schon mal ganz gut.
Als wir langsam über Sizilien flogen, wurden die Wolken zwar dichter, trotzdem konnten wir auf der linken Seite aus dem Fenster schauen und tatsächlich einen Blick auf den Ätna erhaschen. Sogar der Schnee auf dem Gipfel war noch gut zu erkennen. Damit stieg die Vorfreude endgültig.
Nach der Landung schnappten wir uns unsere Koffer und machten uns auf die Suche nach Europcar. Laut Beschreibung sollte sich die Station direkt im Flughafengebäude befinden. Tat sie natürlich nicht. Stattdessen liefen wir mit unserem ganzen Gepäck erstmal gut zehn Minuten durch die Gegend, bis wir das Mietwagenzentrum außerhalb des Terminals fanden. Papierkram erledigt, Schlüssel bekommen und ab zum Auto.
Tja... sizilianische Autos und deutsches Reisegepäck passen einfach nicht zusammen. Schon nach dem ersten Versuch war klar, dass das niemals funktionieren würde mit 4 Personen, 4 Koffern und mehreren Rucksäcken. Das hätte nur gepasst, wenn einer von uns auf dem Dach mitgefahren wäre.
Also schnell KaDa angerufen, dieses Foto geschickt und gemeinsam beschlossen: Das wird nichts. Während ich beim Gepäck blieb, marschierte Basti nochmal zurück zum Schalter und tauschte den Wagen gegen ein größeres Modell. Dank Kreditkarte und Status hielt sich der Aufpreis zum Glück in Grenzen und plötzlich passte auch alles problemlos hinein.
Jetzt kann der Urlaub endlich richtig beginnen.