Heute ist unser letzter voller Tag auf dieser Reise. Der Flieger geht erst heute Abend um 23:55 zurück nach Hause, also bleibt uns noch ein ganzer Tag in Singapur. Zeit genug also, noch einmal ein bisschen durch die Stadt zu ziehen, bevor wir uns heute Abend endgültig auf den Heimweg machen.
Der Tag begann mit dem Frühstück im Hotel. Das war allerdings weniger entspannt als gehofft. Es war laut, ziemlich voll und irgendwie auch etwas chaotisch organisiert. Überall standen Leute an und insgesamt fühlte es sich eher nach Bahnhofshalle als nach Hotelrestaurant an.
Nach dem Frühstück erledigten wir den Checkout. Dabei erwähnten wir auch noch einmal die vielen kleinen Dinge im Zimmer, die uns aufgefallen waren – die wir ja gestern schon beschrieben hatten. Nichts Dramatisches und eigentlich Jammern auf hohem Niveau. Aber bei über 230 Euro pro Nacht erwartet man dann doch ein bisschen mehr Perfektion. Der Rest des Hotels war wirklich top. Unsere Koffer gaben wir anschließend zur Aufbewahrung ab und machten uns zu Fuß auf den Weg.
Der erste Spaziergang führte uns durch die bunte Futtermeile am Clarke Quay Richtung Fort Canning Park. Um diese Uhrzeit war es dort allerdings noch erstaunlich ruhig. Viele Restaurants hatten noch geschlossen und insgesamt war es fast menschenleer. Eigentlich ganz angenehm.
Kurz darauf entdeckten wir eine Familie aus Bangladesh, die versuchte ein Gruppenfoto zu machen. Steffi bot ihnen direkt an, ein Foto von allen zu machen, damit auch wirklich jeder drauf ist. Das klappte auch gut – nur hatte die Familie danach die Idee, dass sie nun auch gerne Fotos mit uns zusammen hätten. Der Sohn sprach als Einziger Englisch und erklärte uns lachend, dass die Familie das unbedingt wollte. Also standen wir kurz darauf selbst mit auf den Urlaubsfotos einer uns völlig fremden Familie. Irgendwie auch eine nette Erinnerung.
Im Fort Canning Park wurde es dann deutlich ruhiger. Wir liefen gemütlich durch die Wege, machten hier und da Fotos und genossen auch den kleinen Spice Garden, der wirklich schön angelegt ist. Während wir so durch den Park schlenderten, fiel uns plötzlich ein Kirchturm auf, der über die Bäume ragte. Neugierig wie wir sind, wollten wir natürlich wissen, was das für eine Kirche ist. Also liefen wir in die Richtung und standen kurze Zeit später vor der Wesley Methodist Church. Leider waren die Tore geschlossen und alles sah danach aus, dass man die Kirche nicht besichtigen kann. Schade eigentlich, von außen sah sie wirklich interessant aus.
Von dort aus liefen wir weiter Richtung Orchard Road. Unterwegs entdeckten wir zwei Automaten, die frischen Saft pressten. Einer für Apfelsaft, einer für Orangensaft. Natürlich mussten wir das ausprobieren.
Der Saft wurde direkt vor unseren Augen aus den Früchten gepresst und schmeckte wirklich richtig gut. Und mit zwei Singapur Dollar, also etwa 1,30 Euro pro Drink, war das auch absolut fair. So fair, dass wir beide uns gleich noch eine zweite Runde gönnten.
Langsam wurde es aber ziemlich heiß und wir merkten, dass wir doch schon einige Kilometer in den Beinen hatten. Also liefen wir weiter zur Plaza Singapura, einfach um ein bisschen Abkühlung in der Klimaanlage zu bekommen. Ich war inzwischen so durchgeschwitzt, dass ich in der Mall sofort anfing zu frieren. Hoffentlich hole ich mir davon nichts weg. Drücken wir die Daumen, dass die Vitamine aus den frischen Säften das zu verhindern wissen.
In einem der Elektronikläden entdeckten wir dann sogar noch ein Sony Objektiv zu einem wirklich guten Preis. Der Verkäufer erklärte uns allerdings recht offen, dass der Preis nur dann so günstig wäre, wenn man beim Zoll ein bisschen kreativ mit der Wahrheit umgeht. Da wir ehrliche Menschen sind und auf solche Spielchen keine Lust haben, ließen wir das Objektiv dann doch lieber im Regal.
Mit der Metro fuhren wir anschließend weiter bis City Hall, um zur St Andrew's Cathedral zu kommen. Das klang einfacher als es war. In der riesigen unterirdischen Mall an der Station haben wir uns komplett verlaufen und sind am Ende in einer ganz anderen Mall herausgekommen. Irgendwann fanden wir dann aber doch den richtigen Ausgang und standen schließlich vor der Kathedrale. Wir liefen einmal um die Kirche herum, schauten sie uns von innen und außen an und machten ein paar Fotos, bevor wir direkt wieder in die Metro stiegen.
Unser nächstes Ziel war die Sultan Moschee. Rund um die Moschee liegen viele kleine Gassen mit Shops, Restaurants und Cafés. Allerdings war hier inzwischen richtig viel los. Die Straßen waren voll mit Menschen und überall herrschte ordentlich Trubel. In die Moschee selbst gingen wir allerdings nicht hinein. Man musste sich vorher anmelden und wieder Formulare ausfüllen. Nach den ganzen Einreisepapieren der letzten Wochen hatten wir darauf ehrlich gesagt keine Lust mehr.
Am frühen Abend zog es uns dann wieder zurück Richtung Boat Quay. Dort befindet das Restaurant Maharani Table, das wir schon vor unserer Reise, eigentlich für ein Weihnachtsessen, herausgesucht hatten.
Steffi bestellte ein Reisgericht und ich entschied mich für eine Auswahl verschiedener Naan-Brotsorten. Der Kellner fragte noch, ob ich dazu einen Dip haben möchte. Klar, warum nicht. Ich entschied mich für Chicken Tikka Masala als Dip.
Als das Essen kam, staunte ich allerdings nicht schlecht. Die Dip-Schale war eher eine kleine Müslischüssel und darin schwammen sogar drei ordentliche Stücke Hähnchen. Für einen Dip hatte ich das definitiv nicht erwartet.
Als später die Rechnung kam, war auch klar warum. Es wurde einfach ein komplettes Chicken Tikka Masala Hauptgericht berechnet. Da das Essen wirklich sehr lecker war, wir beide pappsatt waren und wir keine Lust auf Diskussionen hatten, zahlten wir einfach – dafür ohne Trinkgeld.
Danach liefen wir langsam zurück Richtung Hotel. Nebenan in der Mall wollten wir noch schnell etwas zu trinken besorgen und landeten dabei im Don Don Donki Supermarkt. Dort gibt es fast ausschließlich japanische Produkte.
Natürlich konnten wir nicht widerstehen und packten noch ein paar uns unbekannte KitKat Sorten ein und dazu etwas zu trinken. Danach ging es zurück ins Hotel, unsere Koffer abholen.
Gegen 18:30 bestellten wir dann zum letzten Mal auf dieser Reise ein Grab Taxi zum Flughafen. Vor uns hielt ein schwarzer Minivan, der innen eher wie eine kleine Lounge aussah. Hinten standen Einzelsitze, die mehr an gemütliche Sessel erinnerten – inklusive Liege- und Massagefunktion.
Der Fahrer war super freundlich, fuhr sehr angenehm und wir kamen schnell ins Gespräch. Wir meinten irgendwann scherzhaft, ob er uns nicht direkt bis nach Hamburg fahren könnte. Er lachte und erzählte, dass er bisher nur einmal eine richtig lange Strecke gefahren sei – bis zur thailändischen Grenze, etwa 36 Stunden. Weiter sei er mit dem Auto noch nie gekommen.
Am Flughafen angekommen gingen wir zuerst in die Jewel Lounge. Unser Plan war eigentlich nur zu duschen. Essen brauchten wir nicht mehr, wir waren noch voll vom indischen Essen.
Die Getränkeauswahl war allerdings auch eher mau. Steffi hatte plötzlich Lust auf eine Fanta – die gab es dort natürlich nicht. Außerdem warteten wir am Ende tatsächlich eine Stunde auf eine Dusche.
Also lief ich noch eine kleine Runde durch die Mall im Flughafen. Dabei bekam ich zufällig eine kleine Show am großen Wasserfall mit und fand tatsächlich noch einen Don Don Donki Supermarkt. Dort entdeckte ich dann auch eine Fanta für Steffi.
Nach einiger Zeit waren die Duschen frei, wir machten uns noch einmal frisch und gingen anschließend zum Check-in. Alles Weitere von der Heimreise erzählen wir dann im nächsten Post. Bis dahin
Gute Nacht.