Die Nacht ließ es schon vermuten: Die Wellen wurden noch stärker und kamen teilweise sogar über die Hotelmauer. Auch der Wind hatte ordentlich zugelegt, sodass man bei den Palmen und Blumen gut aufpassen musste. Immer wieder fiel etwas herunter – unter anderem auch Kokosnüsse.
Zwei Tage nach Bastis Begegnung mit den Korallen meldete sich sein Arm dann doch noch einmal zurück. Die Stelle, mit der er damals in den Korallen gelandet war, fing plötzlich an rot zu werden und ordentlich zu jucken. Alle anderen kleinen Kratzer, die er sich dabei eingefangen hatte, machten dagegen überhaupt keine Probleme. Offenbar hatte genau diese Stelle etwas mehr abbekommen. Wirklich schlimm war es zum Glück nicht, aber es sah ein bisschen so aus, als hätte er eine besonders hartnäckige Brennnessel erwischt.
Bei unserer Anreise hatten wir erneut Spa-Gutscheine erhalten. Die hatten wir beim ersten Aufenthalt gar nicht eingelöst, weil Basti wegen seines Sonnenbrands damals nicht wollte. Dieses Mal meldete er sich aber an und gönnte sich eine balinesische Massage – allerdings nur für den Rücken.
Er schwärmte danach so sehr davon, dass ich mich schließlich für den nächsten Tag ebenfalls anmeldete. Eigentlich bin ich bei solchen Sachen eher zurückhaltend und mag das nicht besonders. Aber mein Rücken würde sich sicherlich freuen, also beschränkte ich mich ebenfalls auf Rücken, Arme und Hände.
Da noch immer die rote Flagge am Meer hing und es langsam etwas langweilig wurde und der Poolbereich recht im Wind lag, zogen wir mal wieder zum Supermarkt los – dieses Mal zum kleinen. Dort gönnten wir uns ein Eis. Das konnten wir allerdings gar nicht schnell genug essen, denn es lief uns bei der Wärme regelrecht davon.
Auf dem Rückweg nahmen wir diesmal nicht den direkten Weg zum Hotel, sondern machten noch einen kleinen Abstecher zum Tempel nebenan. Leider mussten wir feststellen, dass dieser verschlossen war. Also blieb uns nichts anderes übrig, als wieder zurück zum Hotel zu laufen.
Später blätterten wir noch einmal durch die Ausflugsmappe, aber so richtig sprang uns nichts mehr an. Vieles lag recht weit entfernt oder interessierte uns irgendwie nicht. Vor allem spielte auch das Wetter weiterhin verrückt. Von Weltuntergangsstimmung mit heftigem Regen bis hin zu stürmischem Sonnenschein war an einem einzigen Tag alles dabei. Nur eine Sache blieb konstant: die rote Flagge am Meer.
Und plötzlich war tatsächlich schon der 14. Januar da und meine Massage stand an. Rücken, Arme und Hände – und ich muss zugeben: Es war wirklich unglaublich entspannend. Am Ende roch man allerdings ziemlich intensiv nach Drachen-Balsam, den man etwa eine Stunde einwirken lassen sollte, bevor man duschen durfte. Das war zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber durchaus auszuhalten.
Nachdem der Balsam schließlich wieder abgewaschen war, vertrieben wir uns die Zeit am Pool. Dort bekamen wir immer wieder Besuch von einer winzig kleinen Motte, die wirklich extrem schielte. Sie landete immer wieder auf unsen Poolhandtüchern und ließ sich sogar ablichten. Ein drolliges Tierchen, das immer wieder um uns herum flatterte.
Im Pool bemerkten wir dann am Rand immer wieder etwas, das sofort verschwand, sobald man sich näherte. Nach ein bisschen Beobachten stellte sich heraus, dass es sich um einen Einsiedlerkrebs handelte. Kurz darauf entdeckten wir noch mehrere davon. Offenbar waren sie irgendwie im und am Pool gelandet. Einen sogar auf der Treppe hinunter zum WC.
Wir sammelten sie kurzerhand ein und brachten sie Richtung Meer, wo wir sie auf der Wiese absetzten. Bei dem starken Wellengang sollten sie selbst entscheiden können, ob sie ins Meer zurückwollen oder sich lieber an Land verstecken. Im gechlorten Pool hatten sie jedenfalls nichts zu suchen.
Woran merkt man außerdem, dass wieder eine Woche vergangen ist? Das Hotelpersonal packt die Moskitobombe aus. Mit einer Art Laubbläser laufen sie dann über die gesamte Anlage und verteilen das Mittel gegen die Moskitos. Dieses Mal stand der Wind allerdings etwas ungünstig, sodass wir uns lieber Richtung Meer verzogen, um nicht mitten in der Wolke zu stehen. Das Zeug muss man schließlich nicht unbedingt in der Lunge haben.
Am Abend hieß es dann auch schon wieder Koffer packen, denn morgen geht es für uns weiter nach Kuta, in die Nähe des Flughafens, für unsere letzte Nacht auf Bali. Unseren Transfer mit Made hatten wir wieder vorab gebucht. Somit können wir uns morgen auf einen entspannten Vormittag freuen.
Dazu aber morgen mehr.
Gute Nacht.