Für Basti stand heute ein ganz schnelles – und vor allem sehr kleines – Frühstück auf dem Plan. Die Tauchbasis rief und es sollte endlich ins Wasser gehen.
Nach kurzen Checks, ein paar Fragen und organisatorischem Vorgeplänkel ging es für ihn Richtung Hausriff. Ich dagegen verzog mich erst einmal unter die Klimaanlage unseres Bungalows – Erholung auf balinesisch. Zum Tauchgang erzählt Basti selbst:
Die Tauchbasis hier im Resort ist wirklich der Wahnsinn. Rundum-sorglos-Service, super organisiert, unglaublich freundlich – und heute sogar noch lehrreich dazu. Wie Steffi gestern schon erwähnt hat, hatte ich mich für einen Refresher-Kurs inklusive Nitrox-Tauchgang angemeldet.
Kurz zur Erklärung: Nitrox ist einfach Atemluft mit einem höheren Sauerstoffanteil – konkret 32 % Sauerstoff statt der üblichen 21 %. Das reduziert das gesundheitliche Risiko beim Tauchen und sorgt dafür, dass man sich danach nicht ganz so erschöpft fühlt.
Der Theorieteil an Land war angenehm kurz gehalten: ein paar Grundregeln, Handzeichen, Verhaltensweisen und der Ablauf des Tauchgangs.
Das komplette Equipment stand bereits fertig zusammengebaut bereit. Ich musste nur noch den Sauerstoffgehalt der Flasche prüfen und quittieren sowie einen kurzen Check machen, ob alles korrekt montiert ist. Danach wurde das schwere Equipment die wenigen Meter bis zur Wasserkante am Hausriff-Eingang getragen – erst dort wird es angelegt. Was ein Service. Mein Rücken freut sich am meisten darüber!
Ins Wasser gingen wir zu dritt: mit der deutschen Tauchlehrerin und meinem Tauchbuddy Komang.
Im Wasser selbst war es anfangs erst einmal ungewohnt – nach fast acht Jahren ohne Freiwassertauchgang aber wohl völlig normal. Die Unterwasserwelt lenkte aber sehr schnell ab: Wir schwammen vorbei an Clownfischen, riesigen Makrelenschwärmen, Korallenformationen und einer beeindruckenden Vielfalt an Fischarten.
Unser erster Stopp führte uns zu einer Sandbank mit etwa 1,5 m hohen Buddha-Statuen unter Wasser. Dort machten wir einige Übungen. Die Übung „Maske fluten und ausblasen“ lief heute ehrlich gesagt nicht optimal – das muss ich die nächsten Tage definitiv nochmal entspannter trainieren.
Von dort ging es weiter von etwa 7 m Tiefe hinunter auf rund 18 m. Auf dem Weg zeigte uns Komang noch eine wunderschöne schwarz-blaue, veränderliche Kopfschildschnecke – leider hatte ich heute keine Kamera dabei, da es ja ein Kurs war. Morgen ganz sicher. Ich hoffe einfach, sie ist dann wieder da.
Danach tauchten wir weiter zum sogenannten „Projekt“ – einem künstlichen Riff, das inzwischen voller Leben steckt. Großes und kleines Leben überall. Highlight hier: ein riesiger Kugelfisch, bestimmt 50–60 cm lang, der entspannt zwischen den aufgestellten Gittern schwamm, an denen bereits viele Pflanzen und Korallen wachsen.
Nach einem kurzen Aufenthalt auf 18 m ging es langsam zurück Richtung flacheres Wasser, vorbei an wunderschönen, aber extrem scheuen pinken Halsband-Anemonenfischen. Kurz nach dem Sicherheitsstopp, auf etwa 3 m Tiefe, trafen wir dann noch eine große echte Karettschildkröte, die sich überhaupt nicht von uns stören ließ.
Nach 45 Minuten und exakt 50 Bar Restdruck (¼ der Flasche als Notfallreserve) tauchten wir wieder auf – zurück aus einer komplett anderen Welt.
Wow. Ich habe bestimmt über 2.000 Tiere gesehen, aus über 150 verschiedenen Arten. Hier ist unfassbar viel Leben im Wasser. Morgen komme ich wieder – dann definitiv mit Kamera. Als wir aus dem Wasser kamen, stand Steffi bereits am Einstieg und nahm uns in Empfang.
Zum Mittag wollte ich dann auch endlich mal selbst ins Meer. Also schnappte ich mir Basti und unsere Schnorchelausrüstung – und ab ging es ins Wasser. Auch beim Schnorcheln gab es richtig viel zu sehen. Das absolute Highlight war natürlich eine echte Karettschildkröte, die sich überhaupt nicht von uns stören ließ und seelenruhig an den Korallen weiterfraß. Zwischendurch tauchte sie einmal kurz auf, holte Luft – und steuerte danach exakt wieder die gleiche Stelle an, um weiterzufressen. Mega.
Nach dem Reinigen des Equipments landeten wir erst einmal im Pool. Da das Essen im Resort im Vergleich zum restlichen Inselniveau doch etwas teurer ist, beschlossen wir am Nachmittag noch den örtlichen Supermarkt anzusteuern. Der liegt praktischerweise direkt an der Abzweigung unserer Straße, sodass wir nicht über die „Bundesstraße“ laufen mussten. Dort deckten wir uns mit Fertignudeln und Süßigkeiten ein und machten uns wieder auf den Rückweg.
Den Abend verbrachten wir trotzdem wieder im Restaurant – heute hatte einfach keiner Lust auf Nudeln aus dem Becher.
Für Basti gab es Hähnchen-Cordon-bleu, für mich Nasi Pecel: ein vegetarisches Gericht mit Reis, Tofu, Tempeh und viel Kohl und Gemüse. War ehrlich gesagt nicht ganz meins – aber die Erdnusssoße dazu war richtig lecker.
Ein Tag zwischen zwei Welten: oben Entspannung im Resort, unten eine faszinierende Unterwasserwelt. Und morgen geht’s für Basti direkt wieder ins Wasser – diesmal mit Kamera